Thomas M. Ruthemann

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Juni 2001

Geschrieben von Thomas M. Ruthemann

Tach, liebe Freunde der interkontinentalen Raketenabwehr. Die Rocker-News müssen wieder geschrieben werden. Folk-Rocker Willi (The Redakteur) hat mal rechtzeitig Vorwarnung gegeben - doch Ihr treuer und einfaltsloser Kolumnist schreibt trotzdem nicht eher. Man ist halt nicht jeden Tag lustig drauf, gell?! Da wird wieder der Grafiker greinen, sich über die Qualität der Fotos ereifern (obwohl die beim Téofilo Chantre so sein soll, weil's hübsch Retro aussieht) und jammern, daß er nicht fertig wird. Ich kann's auch nicht ändern. Das Leben ist halt hart und gemeinhin knapp unerbittlich. Wobei es doch arg unerklärlich bleibt, wieso Leute ohne Schokolade und Beziehung noch lachen können.

Sie ahnen es schon, werte Freunde des zarten Love-Songs, dieser AK wird überquellen vor Gejammere über den Hormonüberschuß angesichts des heftigen Frühsommers und interessant knapper Bekleidung junger Frauen. Dirty 'ol Man at work!
Es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz - wo ich doch dauernd Sport mache, will sich die lockere Entspanntheit einfach nicht einstellen. Kopfmäßig ist ja wieder alles mal klar, zumal ich mittlerweile zum Badminton-Monster geworden bin und auch deutlich jüngere Damen vernichtend und mit hohem Körpereinsatz kurz vor dem allgegenwärtigen Infarkt im Punktspiel schlage. But so what?, wie der Brit so (zu recht) fragt. Genau. Sind doch die Damen am Netz an meinem unglaublichen Hüftschwung eher uninteressiert bis vergeben; bleibt also nur den Blick anderweitig usw., Sie wissen schon, treue Freunde dieser Zeilen. Doch wer ist schon von mittelalten Musikjournalisten mit gerade erst wieder auftauchender Taille angetan? Ich offeriere hier gerne meine e-mail-Adresse für eindeutige Angebote ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ), doch die Box dürfte mal wieder gnadenlos leer bleiben. Da hülft auch die moderne Technik nicht.

Ein kleiner Exkurs zum Thema Elektronik sowie Bits und die dazugehörigen Bytes: Der blauweiße Tupperdosen-Rechner (G3 Mac), der hier rechts neben mir so munter brummt, hat sich nach Zugabe von weiteren 256 MB RAM nunmehr komplett beruhigt und stürzt jetzt nur noch bei Onkel-Bill-Internet-Programmen und America-Online-Zugangs-Software ab. Was für ein Fortschritt! Und hat auch nur etliche Hunnis gekostet, quasi geschenkt das Ganze.
Da schreibe ich doch lieber über Musiktermine, das wollen die hier eigentlich sowieso. Außerdem war ich schlau wie das bekannte Borstentier und habe etliche Fotos eingescannt, die Grafiker und Feintypograph Rüdiger (schauen Sie ins Impressum, werte Freunde des gesetzten Tons) dann alle hier unterbringen kann und ich muß weniger schreiben. Zumal ich hier eh bloß wieder zu nachtschlafender Zeit sitze und mich quälen muß, überhaupt  (Unterbrechung: sehr herzhaftes Gäääähnen!) ein paar ordentlich zusammenhängende und grammatikalische einigermaßen anständige Sätze zusammen zu bekommen.
Schauen wir also mal auf die zweite Junihälfte und ein bißchen in den Juli, danach ist eh kompletti tote Hose (und nicht mal die spielen). Richtig! Der Kandidat hat 100 Punkte. Das Sommerloch taucht mal wieder unerbittlich auf. Bleibt also wieder nix übrig, als nächtelang vor irgendwelchen Kneipen rumzusitzen und Cappuccino zu trinken. Tee mit Zitrone ist die Alternative. Wobei die größte Sauerei ist, daß in meinem Lieblingsetablissement nicht nur die Preise erhöht wurden (mit einigen Ungereimtheiten... tzt,tz tz und nochmal tz, Herrschaften!), sondern auch sämtliche Nummern, die die freundlichen und manchmal ausgesprochen reizenden jungen Frauen dort in ihre Terminals tippen. 152, Special 4? 21? 129? Mehr habe ich noch nicht in der grauen Weichware rechts neben der Vernunft und Hormonausschüttungsbefehlszentrale speichern können.
Nun also, bevor Sie endgültig... Danke, daß Sie bisher durchgehalten haben! Diesmal ohne Werbeblock, tja, hier ist's wie beim Didgitahlfernsehen - oder beim dritten Programm. Ooze Funk Voyagers will ich Ihnen mal eben unvermittelt ins Gesicht schleudern. Die sind am 15.6. in der Faust und vereinen aufs zierlichste Funk, Jazz und Psychedelic. Prima, gell? Ebenfalls an diesem illusteren Abend sind die legendären Utah Saints im Gig, wofür ich auch prompt ein Foto vorgesehen habe. Grafik: Einsatz! Hopp! Dafür können alle anderen Fotos locker gestreut werden, kleine Bildunterschrift und gut. Ich werde sie nicht weiter erwähnen, müssen es selbst schaffen, die kleinen Fotos. Die kleinen Preise bei Plus schaffen es ja auch.
Auf die Ohren gibt es am 16. Juni in der Indiego Glocksee, wo »Stoner Rock« aus Kiel mit Smoke Blow gespielt werden soll. Ist das nicht was für Sie, werte Rocker? Klar, Sie warten auf Stark-, Wechsel- und Überlandstrom-Kandidaten AC/DC, die am nächsten Tag im Stadion spielen - aber, mein Gott, man muß sich doch einstimmen (oder durchsaufen, im Stadion geht's ab 15 Uhr los). Ganz gespannt sind wir auf Aimee Mann, die ja eine gute Songwriterin sein soll, was wir am 20.6. im Capitol genauestens prüfen können. Ordentliche Gehörgangsüberlastung dann im übrigen am gleichen Tag im Bei Chez Heinz bei Shelter. Schaunsemal...
Die Blues Garage in Isernhagen (kurz vor Ikea) überrascht durch ein gigantisches Programm, das schon wahre Highlights hat. So war dort letztens Brian Auger mit einem echten Überkonzert (bis 2 Uhr morgens!)  und einer überaus reizenden Tochter an der Stimme und fürs Auge. Am 21.6. dann der bekannte Peter Green an gleicher Stelle. Ebenfalls am 21. ist ein spannendes Konzert im Rahmen des gerade allseits laufenden Masala Festivals der Herren Kespohl & Co., wenn nämlich Maria Joao & Mario Laginha als Quartett auftreten und jazzige Fadoklänge präsentieren. Sie dürfen sich ruhig mal umschauen liebe Rocker, es tut echt nicht weh!
Für den 22.6. empfiehlt Ihnen der Konzertkalender-Doc mal wieder den Weg nacher Blues Garage hin, wo CCR auftreten sollen, allerdings Herr Fogerty zu unser aller Bedauern nicht mitsingt. Man kann halt nicht alles haben. Am 23.6. ist im Capitol das Emergenza-Finale, wo etliche Nachwuchskünstler um Lorbeeren und das Weiterkommen auf nationaler Ebene kämpfen. Nicht verpassen, da gibt's Talente zu entdecken. Ob wir allerdings zu dem Böhze Onkelz-Konzert am gleichen Tag auf dem Flughafen Hildesheim (hamm die, echt!) raten sollen. Nein, sollen wir nicht, Wolf im Schafspelz, sage ich nur. auch wenn Rose Tattoo im Vorprogramm spielt.
Dann doch lieber frohen Herzens der Tip für den 26.6., wo unsere Freunde von Status Quo ihre 26.3. Abschieds-Tour zelebrieren. Die Stadionspochthalle sollte voll werden. Jetzt hätte ich doch fast die Moonbuggy-Ankündigung vergessen (na ja, es geht gegen Mitternacht und Schlafläuse kriechen schon auf meinem Kopf herum). Klasse Elektropop und natürlich im Gig. Klaro! Auf Natacha Atlas an diesem Abend hatte ich schon mit Bedacht nicht hingewiesen. Deren Konzert im Pavillon ist doch auch echt überall angekündigt. ein herzliches »Guten Morgen!« wer DAS noch nicht mitgekriegt hat.
Tja, am 27. Juni sind dann mal wieder The Dickies in unserer Stadt und das ist auch nicht unfein. Zu hören im Bei Chez Heinz. Zu erleben ist der Urahn der Hamburger Schule Rocko Schamoni am 29.6. in der Indiegohalle der Glocksee, was wir nur allzu gerne als vollmundigen Muß-Termin ankündigen wollen. Überraschung dann wieder am 30.6. in der Blues Garage (hatte es ja versprochen): Mother's Finest spielen. Ab in die Benzinkutsche und hingeeiert, Freunde! Auch am 2. und 3. Juli respektive gilt unser Tip dieser Vorort-Halle, die von ordentlichen Rockern betrieben wird, und wo Sie sich sicher wohlfühlen werden, liebe Freunde des angerissenen Saitentons. John Mayall am 2. und Rose Tattoo am 3.7. (und damit deutlich dem Hildesheimer Spektakel vorzuziehen!).
So, das war es Damen und Herren: Noch der hinweis auf Bob »Knörepott« Dylan am 5. Juli in der Stadthalle in Braunschweig - und: Tschau!
Wir hören voneinander!

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