Thomas M. Ruthemann

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O-Town

Die Boygroups und Popstars dieser Welt scheinen irgendwie alle beim gleichen Choreografen zu lernen. Auch die Komponisten haben stets die gleiche radiotaugliche Masche parat. Und das Tolle ist: es funktioniert. Auch bei O Town, dem nordamerikanischen Ableger dieser aktuellen Medien-Mode, ist alles durchaus vorhersehbar. Schicke Jungs – in monatelangen Fernsehsendungen (bei MTV) durch Castings gejagt, alle mit sehr passablen Stimmen ausgestattet und durch phänomenale Beweglichkeit in der Hüfte ausgezeichnet – bieten ein Programm, das auch von den No Angels, Bro’Sis oder den Tears aus der Schweiz so oder so ähnlich mit Bravour über die Capitol-Bühne gebracht worden wäre. Überhaupt: 2000 an der Schmerzgrenze kreischende Mädchen noch deutlich vor dem Führerscheinalter können sich nicht irren – und auch die paar etwas älteren fanden es ebenfalls nicht so übel. Tatsächlich ist das Ganze durchaus eine feine Show mit zwar ein paar Einlagen, die nicht live gesungen werden, vor allem aber ansonsten handgemachter Instrumentalkunst, von einer soliden Kapelle deutlich älterer Studiomusiker eingespielt – das geht zweifellos sehr in Ordnung. Das Konzept geht einfach auf, kein Wunder allerdings, stehen doch auch dahinter mit Lou Pearlman (Backstreet Boys, N’Sync) und Clive Davis (Anastacia) zwei Superprofis der amerikanisch internationalen Musikliga. Nach 90 Minuten ist allerdings auch Schluss , keine Zugabe, denn der Bus und die nächste große Stadt und noch mehr vor Begeisterung überbordende Mädchen warten auf O-Town – und die erschöpften jungen Damen (zum Teil schon seit 24 Stunden rund ums Capitol lagernd) gehen glücklich und zu Recht zufrieden nach Hause. Die Austauschbarkeit und gewisse Beliebigkeit dieser Popgruppen, ihrer Töne, Takte und Tanzschritte machen es eben nicht unbedingt auch zu einer schlechten Show. Das Ganze denn als übergreifender Event betrachtet, ist allemale sein Eintrittsgeld wert.

Zusätzliche Informationen

  • Datum: 13.02.2002
  • Ort: Capitol
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