Thomas M. Ruthemann

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Motorpsycho

Einen richtig guten Gig mit viel genialem Gitarren-Gediddel boten Motorpsycho an diesem Abend in der total ausverkauften 60er-Jahre-Halle. Eine Überraschung ersten Grades ist die seit Jahren beständige Wandlungsfähigkeit der flotten Skandinavier, die sich als Underground-Helden gerieren und mit ihren psychedelischen Prächtigkeiten eine ungewöhnlich differenzierte und vielseitige Song- und Sound-Struktur schaffen. Das geht bei genauem Hinhören gewaltig unter die Haut – leise, fast verschwindende Töne werden von den Orgelklängen sacht gestreichelt, um Minuten später in tosende Orkane überzugehen. Die Gitarren produzieren eine fast jazzartige Klangfarbe, können aber auch knackend zubeißen, wenn zwischendurch hübsche Klassiker wie "Summertime Blues" intoniert werden. Insgesamt ein Niveau, eine musikalische Finesse (einschließlich toller Satzgesänge), die von solchen als Indie-Band klassifizierten Combos niemand erwartet – mal wieder ein schlagender Beweis, wie wenig Schubladendenken weiterbringt. Die Fans in der saunagleichen, dichten Atmosphäre wussten das alles sehr zu schätzen und jubelten denn auch etliche Zugaben heraus.

Zusätzliche Informationen

  • Datum: 17.01.2001
  • Ort: Faust
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