Thomas M. Ruthemann

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Louis Tillet

Auch Plakate haben die Tendenz zum vorzeitigen Altern - was bei Louis Tillet zu einigen Verwirrungen führte. Denn an diesem Abend im Café Glocksee spielten  zunächst die australisch-britischen Fatal Shore, deren Gitarrist auf den ersten Blick eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Meister des dunklen Ton hatte - doch die Musik bewegte sich mehr im rockigen Gitarrengewand. Um Mitternacht dann  die nächste Überraschung, denn mehr als ein E-Piano wurde nicht auf die kleine Bühne gestellt - und dahinter tauchte ein älterer Mensch mit Schlapphut und arg kurzen Haaren auf, der so herzlich wenig mit dem mittelalterlichen, vollmähnigen Künstler auf dem  Plakat- und Promo-Foto zu tun hatte. Aber nein, es war Tillet, leider ohne Band, dafür mit Bedacht seine Tasten drückend   und ohne Zweifel beeindruckenden Stimmlagen. Seine CD „Ego-Trippin’ At The Gates Of Dawn“ ist ja ein Klassiker der Achtziger - und alle düster gestimmten Mitmenschen erhoben damals   diese jazzig-finsteren Balladen zu ihren absoluten Favoriten. Auch jetzt ist der Australier seinen dunkel-traurigen, manchmal auch poetisch angehauchten  Liedern treu geblieben, melancholisch bis in den Kern. Schön, keine Frage, aber an einem verschneiten, bitterkalten Donnerstag weit nach Mitternacht nicht wirklich zum (Er-) Wärmen.

Zusätzliche Informationen

  • Datum: 01.02.2001
  • Ort: Café Glocksee

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